Aktuelle Nachrichten und Informationen

Charta der gemeinsamen Zukunftsstrategie beschlossen

Meldung vom

Neunkirchen-Seelscheid beteiligt sich am Zukunftsidalog für neue Mobilitätslösungen

Der Rat der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid hat in seiner Sitzung am 19.09.2018 einstimmig beschlossen, eine strategische Partnerschaft mit den Kommunen Hennef, Much, Overath und Ruppichteroth einzugehen. Ziel der fünf Kommunen ist es, sich gemeinsam über Kreisgrenzen (Rhein-Sieg-Kreis und Rheinisch-Bergischer-Kreis) hinweg auf den Weg zu machen, um den künftigen Mobilitäts- und Infrastrukturanforderungen gerecht werden zu können und die damit einhergehenden Herausforderungen gemeinsam zu lösen. 

Hintergrund ist, dass die Großstädte in der Rheinschiene in naher Zukunft die bestehenden Wohnraumbedarfe nicht mehr decken können. Dies wird zu einer vermehrten Nachfrage an den Standorten Hennef und Overath sowie darüber hinaus in den angrenzenden Kommunen Neunkirchen-Seelscheid, Much und Ruppichteroth führen. Ein Bevölkerungsanstieg wird in der Folge zwar dem demografischen Wandel entgegenwirken, allerdings im Umkehrschluss das vorhandene Infrastrukturnetz weiter belasten, mit entsprechenden Folgen für Klima und Umwelt.

Schon heute hat die Verkehrsinfrastruktur zwischen den Großstädten und den angrenzenden Regionen in vielen Bereichen mit Überlastung zu kämpfen. Um hier wirkungsvolle Lösungen zu finden, ist es sinnvoll, dass die betroffenen Kommunen ihre Kräfte bündeln. Im Rahmen der Charta wollen die fünf Kommunen deswegen gemeinsame Strategien und Konzepte erarbeitet. Es sollen Referenzprojekte in den Bereichen Mobilität, Siedlungs- und Freiraumentwicklung sowie Digitalisierung identifiziert und angegangen werden. Dabei besteht mit Hilfe von regionalen und überregionalen Förderprogrammen durchaus eine gute Chance, dass die von den fünf Kommunen als Projektpartner gemeinsam eingebrachten Projektvorschläge umgesetzt werden können. Um die aktuell laufende Projektphase der Regionale 2025 zu nutzen, wurde bereits ein erster Projektsteckbrief formuliert, auf dessen Basis ein Projektvorschlag ausgearbeitet werden könnte.

Mit Ausnahme der CDU-Fraktion votierten die Fraktionen im Rat der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid mehrheitlich für den Projektsteckbrief und gaben damit grünes Licht dafür, über zukunftsfähige Mobilitätslösungen nachzudenken.

Die CDU-Fraktion hingegen stimmte geschlossen gegen den Projektsteckbrief. Die Mitglieder sehen die Gefahr, dass im Zuge der Ideenfindung möglicherweise auch über seilgebundene Mobilitätslösungen nachgedacht werden könnte. Dies möchte die CDU von vornherein ausschließen und forderte, sozusagen ein „Denkverbot“ in dieser Hinsicht zu erlassen und den Ideenfindungsprozess entsprechend einzuschränken.

Die politischen Entscheidungsträger aller anderen Fraktionen möchten hingegen bestmögliche Lösungsstrategien für Neunkirchen-Seelscheid finden. Mehrheitlich sprachen sie sich dafür aus, in einen breiten Zukunftsdialog einzutreten, um den Innovationsgeist und die Veränderungskraft, die von der Charta ausgehen soll, nicht zu bremsen. Ambitioniertes und freies Denken in alle Richtungen soll deswegen ausdrücklich erlaubt sein! 

Moderne Mobilität muss vielen Ansprüchen gerecht werden. Sie soll innovativ, nachhaltig und ressourceneffizient sein. Um entsprechende Lösungen finden zu können, ist es wichtig, die Überlegungen ideologiefrei anzugehen und nicht von vornherein Einschränkungen vorzunehmen bzw. bestimmte Mobilitätsformen auszuschließen.

Für die Zukunft der ländlichen Räume und vor allem für die Zukunft unserer jungen Generation auf dem Land, müssen wir bereit sein, entsprechende Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen und den Blick für Neues zu öffnen.

Das Thema „Mobilitätsverbesserung“ wurde bereits in mehreren Beteiligungsverfahren aus der Neunkirchen-Seelscheider Bürgerschaft heraus als Schwerpunktthema angesprochen. Es ist somit ein konkreter Handlungsanstoß für Verwaltung und Politik gegeben worden. Im Rahmen der „Charta der gemeinsamen Zukunftsstrategie“ werden wir diesem Bürgerauftrag nachkommen und entsprechende Mobilitätskonzepte entwickeln, die dann im Dialog mit Bürgerschaft, Verwaltung und Politik weiter erörtert werden können.

 

Nicole Sander
Bürgermeisterin