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„Früher waren mehr Sterne“

Meldung vom
Foto: Tim Reckmann, pixelio.de

An langen Sommerabenden freuen sich viele über den Blick auf die Sterne: großer Bär, Orion und die Leier kann man mit ein bisschen Übung leicht erkennen. Wer schon einmal nachts in stadtfernen Gegenden war, kann sich sicher an das beeindruckende Gefühl erinnern, den Himmel voller Sternen zu sehen, vielleicht auch einen Teil der Milchstraße. Manch älterer Jahrgang kennt das noch aus seiner Jugend, als private Beleuchtung teuer und damit deutlich seltener war.

In unserer eng bevölkerten Gegend ist ein sternenübersäter Himmel vielen jedoch unbekannt. Nicht nur das Staunen über den Nachthimmel wird durch ungerichtete Streubeleuchtung von Außenbeleuchtung, Lichterketten, Bodenstrahler und Straßenlaternen gestört, auch viele Tiere haben damit große Probleme. Nachfalter verirren sich an Leuchtquellen und sterben. Einige Fledermäuse meiden die beleuchteten Bereiche vollständig und lassen dabei potentielle Lebensräume aus oder geben ihre angestammten Reviere auf. Zugvögel werden teilweise so massiv irritiert, dass sie die Orientierung verlieren und ihre angestammten Flugrouten verlassen. Und selbst Pflanzen können durch Dauerbeleuchtung in ihrem Wachstum eingeschränkt werden, weil durch nächtliche Beleuchtung die Orientierung innerhalb der Jahreszeiten verloren geht.

Auch für uns Menschen ist Dunkelheit ein wichtiger Steuerfaktor für Schlaftiefe und -dauer. Sogar der Hormonhaushalt wird teilweise über Licht und Dunkelheit gesteuert.

Wer sich selbst und auch der Natur etwas Gutes tun möchte, sollte bewusst planen: 

·         Was muss dauerhaft beleuchtet sein?

·         Wo kann eine Zeitschaltuhr oder ein Bewegungsmelder helfen die Beleuchtungsdauer so kurz wie möglich zu halten?

·         Welche Lampe kann ich abschalten, oder sogar ganz entfernen?

·         An unverzichtbaren Stellen sollten Lichtquellen so ausgerichtet sein, dass das Licht nur nach unten abstrahlt, um die weite Streuung zu vermeiden und die Beleuchtung von Baumkronen, mit schlafenden Vögeln sowie die Störung von nachaktiven Tieren zu verhindern.

Für Straßen- und Baustellenbeleuchtung werden deutschlandweit bereits umweltfreundliche und insektenfreundliche Alternativen genutzt bzw. schrittweise ausgetauscht.

Mit unser aller Hilfe kann man dann wieder mehr Fledermäuse, Glühwürmchen und Sterne sehen.