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Wespen und Hornissen – nützliche Tiere unter besonderem Schutz

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Foto: Dan Kb/Unsplash.com

In den letzten Wochen haben viele Menschen unbemerkt neue summende Nachbarn bekommen. Hornissen und Wespen mögen beim Grillen im Garten zwar nervig sein – darüber hinaus können wir Menschen aber durchaus vom Zusammenleben mit den Tierchen profitieren. Umsiedlungen von Hornissen und Wespen sind unter bestimmten Umständen noch bis Ende August erlaubt. Wir erklären, was Sie dabei beachten müssen:

Je größer die Nester werden, desto mehr fällt es aber auf, dass sich plötzlich an Haus und Garten viele Wespen tummeln. Manchmal entdeckt man sogar die kunstvollen Nester, die so groß wie ein Fußball werden können.

In Deutschland leben zwölf verschiedene Wespenarten, darunter auch die eindrucksvollen Hornissen, die vielen auf den ersten Blick Angst machen können. Die Giftigkeit der bis zu 2,5 cm langen Tiere wird aber oft überschätzt. Tatsächlich sind sie sogar weniger giftig als Honigbienen. Auch das Schmerzempfinden unterscheidet sich viel stärker nach dem Ort der Stichs als nach der Art des Fluginsekts.

Grundsätzlich gilt: Alle Arten sind gesetzlich geschützt, Hornissen stehen sogar unter besonderem Artenschutz. Die Zerstörung des Nestes oder das absichtliche Töten der Tiere stellt einen Straftatbestand dar, der mit Strafen von bis zu 50.000€ geahndet werden kann. Also sollte man zunächst überlegen,  ob ein Zusammenleben mit den Tieren nicht möglich ist. Neben der reinen Naturliebe können „Wespenbesitzer“ nämlich durchaus vom Zusammenleben profitieren! Je nach Wespenart sind die Tiere Blütenbestäuber oder Fliegen- und Mückenfänger. Hornissen können sogar andere Wespenarten im Griff halten.

Häufig können bereits einfache Maßnahmen helfen, mit den Tieren friedlich zusammenzuleben. Wirklich aggressiv reagieren sie nur in unmittelbarer Umgebung des Nestes und bei Bedrohung. Fenster und Türen kann man effektiv mit Insektenschutznetzen vor dem Eindringen der Tiere schützen.

Sollten die Tiere aber wirklich einen sehr zentralen Platz für den Bau gewählt haben, dann kann bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung für die Umsiedlung der Tiere beantragt werden. Bei der Beantragung und auch bei der tatsächlichen Umsiedlung können zahlreiche ehrenamtliche Vereine und professionelle Unternehmen unterstützen. Bitte beachten Sie: Hornissenumsiedlungen werden aufgrund des Fortpflanzungszyklus nur bis Ende August durchgeführt.

Egal wie Sie sich entscheiden: Bereits Ende Oktober hat das Schauspiel ein Ende und die Völker sterben. Nur die jungen Königinnen überwintern in Holz und gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat. Dabei beziehen sie keine alten Nester. Diese können nach Auszug des Wespenvolkes daher gefahrlos entfernt werden.