Fledermäuse

Fledermäuse gehören zu den am stärksten gefährdeten Tierartengruppen in Deutschland. Neben einem ausreichenden Nahrungsangebot sind sie vor allem auf geeignete Sommer- und Winterquartiere angewiesen. Diese beziehen sie zum Beispiel in hohlen Bäumen, an Häusern in Mauernspalten oder Dachböden und in alten Bergwerksstollen oder Naturhöhlen.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid sind bisher kaum oder allenfalls unveröffentlichte Daten über Fledermäuse erhoben worden. Deshalb bekundete der Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Gemeinde im Frühjahr 2000 starkes Interesse daran, Informationen über die im Gemeindegebiet vorkommenden Fledermäuseund insbesondere über die Überwinterungsmöglichkeiten dieser geschützten Tiere zu erhalten.

Gefördert von der Sparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis wurde Christine Boye vom Bonner Arbeitskreis für Fledermausschutz (BAFF) mit der Aufgabe betreut, Untersuchungen zur Fledermausfauna und potenziellen Quartieren durchzuführen. Die Feldarbeit hierzu erfolgte zwischen Mai 2000 und März 2001 auf dem Gemeindegebiet Neunkirchen-Seelscheid und ergänzend hierzu in den benachbarten Gemeinden Lohmar, Overath, Much und Ruppichteroth. Der Schwerpunkt wurde auf Quartiere für felsüberwinternde Fledermäuse gelegt, also auf Bergwerksstollen, Pumpenhäuschen und andere Bauwerke.

Die Ergebnisse zeigen, dass im Sommer anscheinend überall im Gemeindegebiet Neunkirchen-Seelscheid Fledermäuse vorkommen, diese jedoch in einer recht geringen Individuendichte. Lediglich Wasserfledermäuse sind oft auch in höherer Individuenzahl beim Jagen über offenen Wasserflächen zu sehen.

Für den Winter finden Fledermäuse auf dem Gemeindegebiet nur bedingt geeignete Quartiere und sind dementsprechend auch selten anzutreffen. Die meisten Stollen hier sind zu klein und/oder haben zu wenige Spalten, so dass das Mikroklima im Winterquartier zu unstetig ist.

Dagegen sind vor allem im Siebengebirge bei Bonn und im Oberbergischen Kreis mit seiner höheren Stollen- und Naturhöhlendichte und –qualität zum Teil regelrechte Massenüberwinterungsquartiere vorhanden, die ein noch nicht definiertes, aber mit Sicherheit recht großes Einzugsgebiet haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fledermäuse, die sich im Sommer in Neunkirchen-Seelscheid und den angrenzenden Gemeinden aufhalten, sowohl im Spätsommer zum Schwärmen als auch zum Bezug ihres Winterquartiers weitere Anflugwege zu solchen attraktiven Quartieren zurücklegen.

Im Raum Neunkirchen-Seelscheid konnten im vergangenen Sommer folgende Arten kartiert werden: Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Bartfledermaus, Braunes Langohr und Großes Mausohr, Großer Abendsegler und Zwergfledermaus.

Die Winterquartiersituation im Raum Neunkirchen-Seelscheid lässt sich nur bedingt verbessern. Es erscheint sinnvoll und für den Fledermausschutz vielversprechender, sich nicht allzu sehr auf die Winterquartiere zu konzentrieren. Gerade weil die Tiere offenbar traditionell weiter entfernt liegende Plätze zur Überwinterung nutzen, sollten vielmehr gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Sommerquartiersituation und der Jagdhabitate ergriffen werden.

Weitere Informationen und allgemeine Informationsmaterialien über Fledermäuse sind bei der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid, Hauptstraße 78, 53819 Neunkirchen-Seelscheid, Frau Klein, Telefon 02247 / 303311, zu den üblichen Öffnungszeiten erhältlich.

Wer Hinweise über Fledermausquartiere auf dem Gebiet der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid geben kann wird gebeten, sich an o.g. Adresse zu wenden.

Nach oben