Herr Bürgermeister, Sie sind nun 100 Tage im Amt. Wie fühlen Sie sich – sind Sie gut angekommen in Neunkirchen-Seelscheid?
Ich fühle mich sehr wohl und wurde vom ersten Tag an herzlich aufgenommen. Das Team hier im Rathaus ist großartig, und ich habe mich sofort willkommen gefühlt. Ich habe mir von Anfang an die Zeit genommen, jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin persönlich kennenzulernen. Bis heute besuche ich, wann immer es zeitlich möglich ist, die Kolleginnen und Kollegen im Haus. Diese Gespräche, losgelöst vom stressigen Alltag, stärken das Miteinander und die zwischenmenschlichen Beziehungen – das ist mir sehr wichtig.
Sie haben in den ersten 100 Tagen bereits einiges auf den Weg gebracht. Was sind für Sie die wichtigsten Projekte und Erfolge dieser Zeit?
Da gibt es tatsächlich einiges! Besonders stolz bin ich auf die Einstellung unserer neuen Pressesprecherin und der stellvertretenden Amtsleitung im Ordnungsamt – beides junge Frauen. Die Förderung junger Menschen liegt mir am Herzen, deshalb betone ich das gerne. Wir haben außerdem wichtige strukturelle Dinge angepackt: die Überarbeitung der Hauptsatzung, die Änderung der Zuständigkeitsordnung u. a. im Hinblick auf den „Bauturbo" für eine zügigere Entwicklung unserer Gemeinde, und wir nehmen am Förderprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" teil. Zudem beschäftigen wir uns intensiv mit der Sanierung der Gesamtschule, den Außenanlagen der Grundschule Neunkirchen und einem Nahwärme- und Versorgungsnetz. Wir beschäftigen auch einen neuen Klimaschutzmanager ab März im Haus. Ferner haben wir die bereits bestehenden Arbeitskreise u. a. für Feuerwehr, Friedhof und Digitalisierung wiederbelebt, die ihre Arbeit an ihren Themen schon aufgenommen haben.
Bürgernähe scheint Ihnen besonders wichtig zu sein. Wie setzen Sie das konkret um?
Absolut! Ich biete schon seit den ersten Wochen meine Bürgersprechstunde wöchentlich an, diese ist fast immer ausgebucht– das freut mich sehr. Zusätzlich gibt es eine Kindersprechstunde, denn auch die Jüngsten sollen gehört werden. Darüber hinaus pflege ich den Austausch mit Vereinen wie dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Seelscheid sowie dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Seelscheid, ich habe bereits verschiedene Unternehmen besucht und war mit der Initiative Runder Tisch Klima in der Ausstellung WeTransForm in Bonn. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Besuch der „Ideenfabrik“ in der Grundschule Wolperath-Schönau – zu sehen, wie kreativ unsere Schülerinnen und Schüler sind, war wirklich inspirierend.
Was war bisher Ihr persönliches Highlight in den ersten 100 Tagen?
Es gab mehrere schöne Momente, aber besonders das gemeinsame Wochenende mit unserem Partnerschaftsverein sowie Vertretern unserer europäischen Partnergemeinden aus Bicester (Großbritannien), Essarts-en-Bocage (Frankreich) und Czernichów (Polen) am 3. Adventswochenende bleibt mir in Erinnerung. Solche Begegnungen zeigen, wie lebendig und international unsere Gemeinde ist, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement ist und dass Europa nicht nur eine politische Idee, sondern ein lebendiges Projekt ist. Hier hebe ich gerne erneut den Besuch in der Grundschule Wolperath-Schönau hervor, das hat mich einfach tief beeindruckt. Die Begeisterung sowie Energie der Schülerinnen und Schüler hat mich definitiv angesteckt. Zu Beginn dieses Jahres war der Neujahrsempfang, den wir auch auf der Bühne im Team gestaltet haben, ein wegweisendes Ereignis.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Woran sollen die Bürgerinnen und Bürger Ihre Arbeit messen können?
Ich möchte, dass Neunkirchen-Seelscheid eine Gemeinde ist, in der die Menschen sich gehört fühlen und in der wir gemeinsam Lösungen für unsere Herausforderungen finden. Die großen Projekte wie beispielsweise die Sanierung insbesondere der Gesamtschule und der Sportstätten, die Erstellung der KulTurnhalle, die Fortentwicklung der Infrastruktur in allen Orten der Gemeinde, die Digitalisierung oder die Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte sollen sichtbare Zeichen sein. Aber genauso wichtig sind mir die vielen kleinen Dinge: dass die Verwaltung bürgernah arbeitet, dass wir unsere Vereine und das Ehrenamt nachhaltig und effizient unterstützen und dass junge Menschen in unserer Gemeinde gute Perspektiven haben. Daran möchte ich gemessen werden.

