Wenn andere am Samstagmorgen ausschlafen, beginnt für Michelle Deller der Arbeitstag. Als Standesbeamtin der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid gehören volle Terminkalender an Sommersamstagen für sie zum Alltag. Die Gemeinde erfreut sich bei heiratswilligen Paaren großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der vielfältigen Trauorte und der persönlichen Betreuung durch die Standesbeamtinnen und Standesbeamten vor Ort.
Dass sie einmal Trauungen leiten würde, stand für Michelle Deller schon früh fest. 16 Jahre lang wartete sie, bis sich die passende Stelle in der Gemeinde bot. Seit zwei Jahren übt sie den Beruf nun aus und hat in dieser Zeit bereits 147 Ehen geschlossen. Eine davon bleibt ihr besonders in Erinnerung: die Trauung im Hubschrauber über den Dächern von Neunkirchen-Seelscheid.
Der Ablauf eines solchen Tages ist durchgetaktet: Von 9:30 Uhr bis 18:15 Uhr reihen sich an manchen Samstagen bis zu sechs Trauungen aneinander. Für Michelle Deller ist das im Sommer keine Ausnahme, sondern eher die Regel.
"Ich bin Standesbeamtin aus Leidenschaft, es ist meine Berufung und ich liebe diesen Beruf", sagt Deller. "Es ist natürlich manchmal viel Arbeit, aber jedes glückliche Ehepaar zeigt mir, dass sich alle Mühe lohnt."
Nicht selten melden sich Brautpaare auch nach der Trauung noch einmal telefonisch oder schriftlich bei ihr, um sich für die Begleitung an ihrem großen Tag zu bedanken. Für Michelle Deller ein Beleg dafür, dass ihr Beruf trotz aller Anstrengung besonders bleibt: fordernd, aber erfüllend.

