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Erfolgreiche Integration braucht verlässliche Förderung

Beim parlamentarischen Frühstück im Deutschen Bundestag wurde deutlich: Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ leistet einen maßgeblichen Beitrag zu erfolgreicher Integration. Doch diese Integration gelingt nicht nebenbei, sondern braucht verlässliche Förderung und politische Unterstützung.

Der Austausch begann mit einer klaren Botschaft: Wenn Sport seine integrative Kraft entfalten soll, braucht es mehr als Engagement – es braucht verlässliche Förderung. Darüber diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Praxis beim parlamentarischen Frühstück des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ (IdS) im Berliner Paul-Löbe-Haus.

Rund 30 Teilnehmende, darunter Abgeordnete des Bundestags und ihre Mitarbeiter*innen sowie Vertreter*innen des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), folgten der Einladung von DOSB und Schirmherrin Aydan Özoğuz, MdB (SPD).

Integration braucht verlässliche Förderung

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die erfolgreiche Integrationsarbeit im Bundesprogramm langfristig gesichert werden kann – insbesondere mit Blick auf die kommende Förderperiode ab 2027. IdS-geförderte Vereine leisten einen zentralen Beitrag, stoßen jedoch ohne verlässliche Unterstützung an ihre Grenzen. Die Stärke des Bundesprogramms liegt in der Verbindung aus bundesweitem Rahmen und regionaler Verankerung über die Landessportbünde. So entsteht ein tragfähiges System, das Vereine in der Breite erreicht und unterstützt. Eine Kürzung der Mittel würde besonders dort spürbar werden, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird – etwa in sozial belasteten Quartieren und strukturschwachen Regionen. 

Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung im DOSB, machte deutlich, welche Voraussetzungen es dafür braucht: Die zahlreichen Beispiele aus der Praxis zeigten eindrücklich, wie IdS Teilhabe ermöglicht – vom sozialen Ankommen über ehrenamtliches Engagement bis hin zur Arbeitsmarktintegration. Damit diese Wirkung erhalten bleibt, braucht es vor allem eines: Verlässliche Förderung. Die uneingeschränkte Fortsetzung des Bundesprogramms sei das Minimum, eine Erhöhung der finanziellen Zuwendungen auf Grund gestiegener Kosten jedoch wünschenswert. Jede Reduzierung gefährde gewachsene Strukturen und schwäche das Engagement vor Ort – während jeder zusätzlich investierte Euro unmittelbar mehr Wirkung in den Vereinen entfalten könne. Zudem wünschte sich Röhrbein eine Ausweitung des Bewilligungszeitraums von derzeit drei auf vier bis fünf Jahre, um den administrativen Aufwand zu senken und die Verlässlichkeit vor Ort zu erhöhen.

Persönliche Perspektiven zeigen Wirkung vor Ort

Wie die Arbeit des Bundesprogramms konkret wirkt, wurde durch die Beiträge von Nikki Adler, Khorshid Alizadeh und Rateb Hatahet deutlich. Sie berichteten aus ihrer eigenen Geschichte und machten greifbar, was IdS im Alltag bedeutet. Ob im Boxring, auf dem Fußballplatz oder im Engagement vor Ort: Die drei Botschafter*innen stehen für unterschiedliche Wege, aber eine gemeinsame Erfahrung – dass Sport Türen öffnen und soziales Ankommen beschleunigen kann.


Als Trainerin kann ich keine bürokratischen Abläufe abnehmen. Aber ich kann durch Sport Zuversicht und Vertrauen in die eigene Kraft schenken. Das braucht es, um das eigene Leben nach einer Fluchtgeschichte wieder selbst in die Hand zu nehmen“, betonte Nikki Adler, sechsfache Boxweltmeisterin und Botschafterin von IdS, die heute in Neunkirchen-Seelscheid tätig ist.

Die Beiträge der drei Ids-Botschafter*innen machten deutlich: Integration durch Sport wirkt – durch Vertrauen, niedrigschwellige Angebote, sozialer Austausch und gegenseitige Unterstützung. Damit das so bleibt, braucht es verlässliche Förderung und klare politische Unterstützung.

Bundesprogramm Integration durch Sport
Ein Programm, das immer in Bewegung ist: Schon seit 1989 ist der organisierte Sport einer der größten aktiven Integrationshelfer in Deutschland. Bundesweit gibt es ca. 1.500 programmnahe Vereine, darunter ca. 900 Stützpunktvereine, die durch das IdS-Programm in der Lage sind, Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete anzubieten. Die Landessportbünde und -jugenden sind dabei diejenigen, welche die Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern koordinieren und umsetzen.