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Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“: „Democracy will win“

"Es ist mit der Selbstverständlichkeit der Demokratie in aller Welt eine zweifelhafte Sache geworden. Es ist die Stunde gekommen […] für eine Selbstbesinnung der Demokratie, für ihre Wiedererinnerung, Wiedererörterung und Bewußtmachung – mit einem Wort: für ihre Erneuerung im Gedanken und im Gefühl.“ (Thomas Mann: Vom zukünftigen Sieg der Demokratie. In: Sonderheft Mass und Wert. 1938)


So engagiert für die Demokratie zeigte sich deutsche Literaturnobelpreisträger Thomas Mann in einem Vortrag, den er im amerikanischen Exil 1938 in mehreren US-Städten hielt. Mann ist mehr als ein berühmter Autor. Als Figur voller Ambivalenzen hat er selbst einen Weg vom „Unpolitischen“ zum Demokraten zurückgelegt – und gerade in der Gedenkstätte dürfen wir über seinen echten oder vermeintlichen Antisemitismus trefflich streiten. Im Erinnerungsjahr an Thomas Mann (1875-1955) lohnt es, sich von Manns Einsatz für die Demokratie inspirieren zulassen und sich der Merkmale, Stärken und Vorzüge dieser Regierungsform (wieder) bewusst zu werden. Dies ist umso wichtiger, als die Demokratie gegenwärtig weltweit auf dem Rückzug zu sein scheint. Auch in Europa wird sie von sich demokratisch gebenden Kräften verhöhnt und von innen ausgehöhlt. Doch gibt es viele gute Gründe für die Demokratie.


In ihrem Vortrag wird die Philosophin und Juristin Katja Stoppenbrink, Professorin für Ethik an der Hochschule München, einige dieser Gründe genauer in den Blick nehmen, mögliche Einwände prüfen und die Demokratie gegen ihre Feindinnen und Verächter verteidigen. Während ein kritisch-scharfer Blick auf den Zustand der Demokratie auch in unserem Land erlaubt und erforderlich ist, sollte sie doch niemanden kalt lassen. Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Desinteresse mögen neutrale und verbreitete Haltungen sein, können aber zur Destruktion der Demokratie beitragen. Demokratie ist eine Sache, die uns alle angeht. Warum wir die Demokratie lieben, leben und verteidigen sollten – darum wird es in diesem Vortrag auch aus einer ganz persönlichen Perspektive gehen.


In einem CNN-Interview 2023 hat übrigens auch Barack Obama gesagt: „Die Demokratie wird gewinnen“ – und ergänzt: „wenn wir für sie kämpfen.“
Professorin Dr. Katja Stoppenbrink wird ihren Vortrag am Sonntag, 23. November 2025, von 14:45 Uhr bis 16:15 Uhr in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach, halten. Die Teilnahme ist kostenlos.


Hinweis
Noch bis November 2025 ist die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach, an den ersten und dritten Sonntagen im Monat (außer an christlichen und jüdischen Feiertagen) von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind Gruppenführungen (ab 10 Personen) nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.


Eintrittspreise: 2 Euro pro Person, bei Gruppen ab 10 Personen 10 Euro pro Person zuzüglich 25 Euro für die Führung (ausgenommen hiervon sind Schulklassen). Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.