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Nachbericht: Neujahrsempfang der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid 2026

Der traditionelle Neujahrsempfang der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid fand in der Aula der Grundschule Seelscheid am 09. Januar 2026 statt und bot einen festlichen Rahmen für einen Rückblick und Ausblick ins neue Jahr. Der neue Bürgermeister Guido Vierkötter begrüßte über 300 Gäste aus Politik, Vereinen, Wirtschaft und Verwaltung zu seinem ersten Neujahrsempfang in dieser Funktion.
Musikalisch eröffnet wurde der Abend vom Gospel Chor Good News unter der Leitung von Christine und Clemens Rettberg, der mit seinen Klängen den perfekten Auftakt setzte. 
Bürgermeister Guido Vierkötter begrüßte alle Anwesenden – Ratsmitglieder, Vereinsvertreter, Unternehmer sowie Mitarbeitende der Verwaltung – und hob besonders Christine Uttecht, Leiterin der Grundschule Seelscheid, als Hausherrin des Abends hervor.
Seit seinem Amtsantritt am 1. November 2025 sind 70 Tage vergangen. Der Bürgermeister teilte erste Eindrücke aus seiner neuen Tätigkeit: von der JVA, die in der Verwaltungssprache für Jahresverbrauchsabrechnung und nicht für Justizvollzugsanstalt steht, über Kirschbaiser bei Gratulationen zu Ehejubiläen, das ZWAR-Netzwerk für Menschen zwischen 60 und 70 Jahren bis zum Orange Day mit einer gut besuchten Selbstverteidigungs-Veranstaltung in der Aquarena. Diese ersten 70 Tage waren geprägt von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Dialog. Der Bürgermeister dankte dem gesamten Team der Gemeindeverwaltung: "Sie haben es ermöglicht, dass ich gut starten konnte."
Ein zentrales Anliegen von Bürgermeister Guido Vierkötter war die Betonung der Teamarbeit: "Die Erfolge in Neunkirchen-Seelscheid sind niemals das Werk einzelner Personen, sondern das Ergebnis echter Teamarbeit." Mit einem Sprichwort aus dem Sport fasste er zusammen: "Der Star ist die Mannschaft." Die Gemeindeverwaltung arbeite vom Empfang bis zur Amtsleitung als Team mit dem Ziel einer bürgernahen Verwaltung, die effizient arbeitet und Ressourcen verantwortungsvoll einsetzt: "Wir sind Dienstleister, wir sind für Sie da."
Der Bürgermeister gab Ausblicke auf wichtige Projekte für 2026. Der Bau der neuen KulTurnHalle hat begonnen – eine Mehrzweckeinrichtung, die ein Ort der Begegnung, der Kultur, des Sports und des Miteinanders werden soll. Auch die Digitalisierung wird weiter vorangetrieben: Neue Onlineservices gestalten den Zugang zu Gemeindedienstleistungen einfacher und bürgerfreundlicher.
Anschließend übergab Bürgermeister Guido Vierkötter das Wort an alle Amtsleiter und den Beigeordneten, die über ihre Fachbereiche berichteten. Peter Kurtenbach vom Amt für Verwaltungsmanagement nutzte die Gelegenheit, um auf die Gemeinde als Arbeitgeberin und Ausbildungsstelle hinzuweisen. Die Gemeinde bildet regelmäßig eigenes Personal aus – das beste Mittel gegen Fachkräftemangel, wie Kurtenbach betonte. Neben klassischen Verwaltungsberufen wie Bachelor of Laws und Verwaltungsfachangestellten bietet die Gemeinde auch Ausbildungen als Anlagenmechaniker und Fachangestellte für Bäderbetriebe an. Neu im Programm sind aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung die praxisintegrierten Ausbildungen zum Erzieher und Sozialassistenten mit Schwerpunkt auf Grundschulkindern. Diese Ausbildungsplätze werden ab Spätsommer wieder ausgeschrieben.
Thorsten Eich von der Fachgruppe IT stellte die Digitalisierungsprojekte vor. Das kleine IT-Team betreut rund 28 gemeindliche Standorte mit circa 150 Nutzern. Ein zentrales Vorhaben ist die Einführung der elektronischen Akte mit dem Dokumentenmanagementsystem Ceyonic nscale. Nach einer erfolgreichen Pilotierung werden nun sukzessive alle Ämter und Sachgebiete auf das System umgestellt, um Papierakten nach und nach aus dem Alltag zu entfernen und die Grundlage für eine digitalisierte Zusammenarbeit zu schaffen. Besonders stolz zeigte sich Eich über das neue digitale Fundbüro, das seit 1. Januar 2026 als Self-Service auf der gemeindlichen Website zur Verfügung steht und Fundsachen in allen deutschlandweit angeschlossenen Fundbüros durchsucht. Der Service soll im Jahresverlauf auch auf weitere gemeindliche Institutionen wie die Aquarena erweitert werden.
Nikki Adler von der Aquarena präsentierte beeindruckende Zahlen: Die Mitgliederzahlen stiegen in den letzten zwei Jahren um 20 Prozent. Erreicht wurde dies durch Kursoptimierung, Mitarbeiterschulungen, verbesserte Abläufe und eine moderne Führungsstruktur mit einer Doppelspitze aus zwei Frauen in Teilzeit im sportlichen Bereich. Die Fragen, wann die Sauna endlich öffnet, häufen sich, und dank des beschlossenen Haushalts gibt es nun Planungssicherheit für die Sauna-Eröffnung und wichtige Sanierungsarbeiten. Adler betonte: "Die Aquarena steht für Inklusion, Integration, soziale Teilhabe und Gesundheitsförderung – es ist ein Beitrag zur Lebensqualität der Menschen, die hier leben." für ihr großes Engagement.
Jörg Schneider, seit August 2023 Beigeordneter der Gemeinde und allgemeiner verwaltungsmäßiger Vertreter des Bürgermeisters, verantwortet die Bereiche IT und Digitalisierung, das Ordnungsamt, das Bauamt sowie die Aquarena. Er legte einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung: "Die Digitalisierung ist der Schlüssel, um unsere Gemeinde zukunftsfähig zu machen." Mit dem Onlinezugangsgesetz stehe die Verwaltung vor der Aufgabe, Verwaltungsleistungen digital anzubieten – die Gemeinde war sogar Pilotkommune für neue OZG-Verfahren. Schneider zeichnete eine Vision von Gewerbeanmeldungen vom Schreibtisch, transparent nachvollziehbaren Antragsverfahren und Online-Terminbuchungen ohne Warteschleifen. Digitalisierung bedeute jedoch mehr als nur digitale Formulare – bei der Digitalisierung von Abläufen werde gleichzeitig überprüft, wo Prozesse effizienter gestaltet und Bearbeitungszeiten verkürzt werden können. "Eine Kommune, die digital gut aufgestellt ist, ist auch wirtschaftlich attraktiver. Schnelle Verwaltungsprozesse sind ein Standortfaktor – für ansiedlungswillige Unternehmen, Vereine und Verbände, genauso wie für junge Familien", betonte Schneider. Für 2026 kündigte er die serviceorientierte Neugestaltung der gemeindlichen Website, die flächendeckende Einführung der eAkte und die Fertigstellung des digitalen Liegenschafts- und Gebäudemanagements an.
Ferner stellten Johannes Hagen (Amt für Finanzmanagement), Martin Kraemer (Amt für Sicherheit und Ordnung), Attila Kecskés (Bauamt), Stefan Franken (Amt für Familie und Soziales) und Thomas Maffei (Amt für Gemeindeentwicklung) ihre Ämter sowie hierin aktuell anstehende Projekte vor. 
Ein zentrales Anliegen des Abends war die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. Bürgermeister Guido Vierkötter betonte, dass das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen Neunkirchen-Seelscheid zu dem mache, was es ist: lebens- und liebenswert. Er verwies auf Zahlen des Fußballverbands Mittelrhein: Rund 1,7 Millionen Engagierte investieren oft 15 bis 20 Stunden pro Woche, ohne Bezahlung, mit einem theoretischen Wert von 2,18 Milliarden Euro pro Jahr – und das nur im Fußball. "Ohne Ehrenamt gäbe es keine Tore, keinen Jubel, keine Gemeinschaft und keine sportliche Heimat für viele Kinder und Jugendliche", unterstrich der Bürgermeister.
Die Ehrenamtskarten wurden an drei Personen verliehen: Bernd Schlieperskötter ist seit über 33 Jahren beim Tennisclub Rot-Weiß Neunkirchen ehrenamtlich tätig und führt den Verein seit 2006 als 1. Vorsitzender. Der Club hat über 335 Mitglieder, darunter u. a. 120 Jugendliche und 30 Trainingsgruppen. Clemens und Christine Rettberg gründeten den Gospelchor "Good News" im Jahr 1998 und leiten ihn gemeinsam bis heute. Dem Chor steht die eigene Freude am Singen im Vordergrund – Spontanität ist wichtiger als musikalische Perfektion.
Bei der Sportlerehrung wurden die Junioren U15 des TC Rot-Weiß Neunkirchen, die 1. Herren sowie die U14 und U16 Mädchen der TVN Baskets ausgezeichnet. Besonders geehrt wurden zwei Spielerinnen der Neunkirchen Nightmares: Amelie Roth und Stella Mai gewannen mit der NRW-Mannschaft den Softball Länderpokal Juniorinnen. Amelie Roth wurde zusätzlich als MVP (Most Valuable Player) – wertvollste Spielerin des Länderpokals – ausgezeichnet. 
Diese sportlichen Erfolge zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in Neunkirchen-Seelscheid steckt und wie die Gemeinde durch ihre Sportlerinnen und Sportler weit über die regionalen Grenzen hinaus positiv wahrgenommen wird.
Den musikalischen Abschluss gestalteten der MGV Söntgerath und der Quartettverein Eischeid unter der gemeinsamen Leitung von Chorleiter Johannes Götz. Mit ihrem Gesang gaben sie dem Abend einen harmonischen Ausklang, bevor sich die Gäste guten Gesprächen in geselliger Runde widmeten.
Der erste Neujahrsempfang des neuen Bürgermeisters war geprägt von Wertschätzung, Teamgeist und Zuversicht. Die zentrale Botschaft des Abends lautete: Gemeinsam können die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden – durch Transparenz, Dialog und die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Mit diesem positiven Ausblick und der Würdigung sowohl der hauptamtlichen als auch der ehrenamtlichen Arbeit bot der Neujahrsempfang einen gelungenen Start ins Jahr 2026.