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Neue Wasserstellen auf dem Friedhof in Seelscheid: Gemeinde würdigt großzügige Spende von Martin Krause

Mit der offiziellen Einweihung von vier neuen Wasserstellen auf dem Friedhof in Seelscheid erinnert die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid an das langjährige Engagement des im November 2023 verstorbenen Martin Krause. Bürgermeister Guido Vierkötter führte bei der feierlichen Eröffnung persönlich von Wasserstelle zu Wasserstelle und berichtete den Anwesenden über deren Entstehung und die Geschichte, die dahintersteht.

Martin Krause hat sein Leben lang eine tiefe Verbundenheit zu Neunkirchen-Seelscheid und insbesondere zur evangelischen Kirchengemeinde empfunden, obwohl er den größten Teil seines Lebens in Bonn verbrachte. Diese Verbundenheit hat ihre Wurzeln in einer bewegten Familiengeschichte. Krause wuchs in Pommern auf, bevor seine Familie 1947 aus der Heimat vertrieben wurde. Möglich wurde ein Neuanfang in Seelscheid durch die Verbindung eines Cousins, der während des Krieges in Seelscheid stationiert war und sich dort in ein Mädchen aus dem Ort verliebt hatte. Als er von der Vertreibung der Familie erfuhr, ermutigte er sie, ebenfalls nach Seelscheid zu kommen. Nach einer langen und beschwerlichen Reise gelang es der Mutter Krauses, gemeinsam mit ihm und zwei seiner Brüder dort anzukommen. Vater und ein weiterer Bruder, zunächst in Kriegsgefangenschaft, folgten wohlbehalten nach. Die Familie baute sich in Seelscheid ein neues Leben auf und erwarb später ein Haus in Breitscheid, in dem noch heute Nachkommen leben.

Aus Dankbarkeit für die Aufnahme seiner Familie blieb Martin Krause der Gemeinde sein Leben lang eng verbunden, auch als er zum Studium zunächst nach Aachen und später nach Bonn zog. Er engagierte sich über viele Jahre in der evangelischen Kirchengemeinde und begleitete dort die Jubelkonfirmationen. Auf seine Initiative geht auch die Gedenktafel im Eingangsbereich der evangelischen Kirche zurück, die an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Für den Heimat- und Geschichtsverein verfasste er zudem zahlreiche, sorgfältig recherchierte Artikel.

Zeit seines Lebens setzte sich Martin Krause dafür ein, das Leid der Vertriebenen und die Erfahrungen jener Generation im Bewusstsein der Nachwelt zu halten. Diesem Anliegen folgend initiierte er eine Gedenktafel an der Grabstätte seiner Eltern auf dem Friedhof, die er noch zu Lebzeiten verwirklichen konnte. In diesem Zusammenhang entstand auch sein Wunsch, die alten Wasserbecken auf dem Friedhof durch neue zu ersetzen und der Gemeinde zu schenken. Die Pläne dafür zeichnete und erarbeitete er eigenhändig. Die Umsetzung seines Vorhabens konnte er selbst nicht mehr erleben.

Nach seinem Tod ist es der Familie von Martin Krause ein besonderes Anliegen gewesen, seinen letzten Willen zu erfüllen und die geplante Schenkung im Sinne des Verstorbenen zum Wohle der Gemeinde umzusetzen. Die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid bedankt sich herzlich bei der Familie Krause für dieses großzügige Engagement und dafür, dass sie den Wunsch ihres Onkels über seinen Tod hinaus verwirklicht hat.