Seit vielen Jahren ist klar, dass die Teichanlagen im Dreisbachtal dringend saniert werden müssen. Die Teichanlagen (insbesondere die Dämme) sind nicht mehr standsicher und müssten hinsichtlich der Vorgaben der DIN 19700 ertüchtigt werden. Im Jahr 2022 wurde bereits der Damm des Jahlssiefen durch das THW in einer Notaktion geschlitzt, um einen Dammbruch zu verhindern.
Eine intensive Abstimmung mit allen Projektbeteiligten ergab, dass die Renaturierung - also der Rückbau der Teichanlagen und die naturnahe Umgestaltung des Fließgewässers– die sinnvollste und auch für die Gemeinde kostengünstigste Maßnahme ist, da hierfür unterschiedliche Fördermittel in Anspruch genommen werden können.
Nachdem sowohl die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid als auch der Aggerverband seit mehreren Jahren versucht haben, über unterschiedliche (Förder-)Programme Gelder für die Renaturierung des Eischeider Tals zu erhalten, erhielt der Aggerverband als Maßnahmenträger Mitte 2025 einen positiven Förderbescheid zur Förderung des Vorhabens im Rahmen der Förderrichtlinie „Hochwasserrisikomanagement und Wasserrahmenrichtlinie“ (FöRL HWRM/WRRL).
Während der Antragstellung wurde sowohl die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid als Grundstückseigentümer als auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein Neunkirchen als Pächter des „Naturparks“ beteiligt. Die Pläne wurden in den zuständigen Fachausschüssen vorgestellt.
Der Fördermittelbescheid ist bis zum 31.12.2027 befristet, sodass die Arbeiten zeitnah beginnen müssen. Im Zuge der Maßnahme werden die Teichanlangen zurückgebaut und Jahlssiefen und Dreisbach - beginnend im „Naturpark“ - naturnah umgestaltet. Der Förderbescheid schreibt, auf Grundlage der wasserrechtlichen Plangenehmigung inkl. Anlagen (Landschaftspflegerischer Begleitplan, Artenschutzprüfung, etc.), genau vor, zu welchem Zeitpunkt welche Maßnahme zu erledigen ist, um negative Auswirkungen insbesondere auf Umweltgüter wie z. B. die Fauna zu vermeiden.
Aktuell findet die Ausführungsplanung durch das beauftragte Ingenieurbüro statt, wobei noch eine nachträgliche Prüfung des Bodenmanagements zu erfolgen hat. Ziel ist es, möglichst wenig Boden aus wirtschaftlichen Aspekten zu beseitigen.
Bis Ende Februar 2026 sind erste Gehölzmaßnahmen im Bereich des Jahlssiefen geplant. In enger Abstimmung mit der Gemeinde werden nur die unbedingt notwendigen Fällungen vorgenommen. Betroffen sind überwiegend Fichten (nicht standortgerechte Gehölze) und Eschen - der wertvolle Eichenbestand soll erhalten bleiben. Zusätzlich müssen ggf. kranke Exemplare in Absprache mit dem Baumkontrolleur des gKU gefällt werden.

