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Eine Entdeckungsreise in die Welt des französischen Chansonier/Poete

Allain Leprest 1954 in eine bescheidene Familie im Cotentin geboren. Es ist eine glückliche, turbulente Kindheit, die er mit Bruder Jojo und Schwester Bilou teilt. Als Teenager beginnt er erste „Songs“ zu schreiben. In den 70er Jahren Versuche als Sänger in seiner Heimat, der normannischen Provinz. Das Café-Concert wird sein Podium. Sein Geld verdiente er zeitlebens als Sozialarbeiter. Tausend Chansons soll er geschrieben haben. Saint Germain du Prés, in dem Pariser Quartier trat er in Hinterhöfen auf, nicht in den Tempeln, die Stars hervorbrachten. In der Normandie hatte er einen Namen. Dem großen Publikum blieb er zu Unrecht ein Unbe-kannter. Sein Name sagt selbst in Frankreich nur wenigen „Ein-geweihten“ etwas, für unser Publikum hier im kunsthaus seelscheid war sein Chanson „Il pleut sur la mer“ (Es regnet über’m Meer) erstmalig aufgeführt im Ramen des Programms „RUND um den REGEN“ eine Überraschung 
 Weitgehend von mir nachgedichtet bis auf die beiden Endzeilen jeder Strophe: Aujourd’hui dimanche,  sur la manche.
Dimanche - Sonntag. La Manche - der Ärmelkanal. Daraus(f) kann ich mir keinen Reim machen. Deshalb bleiben diese Zeilen in unserer Version unverändert, so wie Allain Leprest sie geschrieben-gedichtet hat. Auf Tonträgern sind viele seiner Chansons erhalten. Einige Bücher mit seinen Texten sind erschienen. Notenmaterialien seiner Chansons sucht man vergebens. Wir orientieren uns an der Aufnahme von „Il pleut sur la mer“ vom August 2010. Hier wird er von dem französischen Pianisten Léo Nissim begleitet. Es war sein letzter großer Auftritt. Unheilbar krank wählte er am 15.August 2011 den Freitod. 
Posthum wird er mit Arthur Rimbaud und Paul Verlaine verglichen, auf eine Stufe mit Jacques Brel, Leo Férre gestellt. Juliette Gréco erweist ihm mit vielen seiner Freunde, seiner Frau und seinen Kindern die letzte Ehre, es soll nach seinem Willen ein großes Fest gewesen sein. Seine Musik erklang Poèmes wurden rezitiert.

 


Nach den Konzerten dann begeisterte Reaktionen des Publikums. Neugierig fragte man nach mehr Informationen zu dem Künstler und ob es denkbar sei, ihm einen Abend zu widmen?
 
So begann ich nachzuforschen. Hätte ich geahnt, wie schwierig es werden würde… doch einfach habe ich es mir bei der Gestaltung meiner Programme noch nie gemacht. Vielleicht üben sie deshalb ihren besonderen Reiz aus? 
Er soll tausend Texte für Chansons verfasst haben. Dreihundert für sich, den Rest für andere befreundete Interpreten.  
Doch wen interessiert schon der Texter ?  
der Komponist schon eher 
aber gewichtig ist doch immer
der oder die Interpretin.  

 

Bei der Recherche für das Programm „Rund um den Regen“ im vergangenen Jahr, stolperte ich über den Chanson Titel „Il pleut sur la mer“. „Das sollte passen“, zwar kannte ich den Interpreten Allain Leprest nicht, aber was ich dann hören durfte, elektrisierte mich sofort. Den Text in unsere Sprache zu tradieren, eine Aufgabe für sich. Darin bin ich nicht unerfahren, doch hier hatte ich es mit einem Poeten zu tun, dessen Schaffen mit Verlaine und Rimbaud auf eine Stufe gestellt wurde. Also eine Herausforderung.
Die nächste Hürde hatte Igor Kirillov zu nehmen. Denn die Klavierbegleitung war nicht zu finden, musste abgelauscht werden,
einige Passagen dann auch noch an unsere Textversion anpassen. Harte Arbeit, die sich aber gelohnt hat.